Ästhetik- und Laserzentrum
Priv.-Doz. Dr. med. Stefanie Meyer - Privatpraxis für Dermatolgie & Ästhetik

Nagelpilz

Nagelpilz (medizinisch Onychomykose) ist eine Pilzinfektion, die vor allem die Fußnägel, seltener die Fingernägel befällt.

Eine Nagelpilzinfektion äußert sich durch Verfärbungen und Verformungen der betroffenen Nägel, wobei der Nagel im Untergrund zunehmend porös und wabig bzw. mehlig wird. Mindestens zehn Prozent der Bevölkerung sind von der Erkrankung betroffen. Verursacht wird Nagelpilz durch Pilzsporen, die in der Regel von Mensch zu Mensch übertragen werden. Eine große Infektionsgefahr besteht in Fitnessstudios, Schwimmbädern, Saunen und auf Teppichböden. Häufig entwickelt sich Nagelpilz auch ausgehend von unbehandeltem Fußpilz, da beide Pilzerkrankungen von den gleichen Erregern verursacht werden. In den meisten Fällen wird eine Nagelpilzinfektion durch Fadenpilze, so genannte Dermatophyten, seltener durch Hefe- oder Schimmelpilze verursacht.

Nagelpilzerkrankungen sollten ärztlich diagnostiziert werden, und die Verdachtsdiagnose durch eine Pilzkultur mykologisch im Labor bestätigt werden. Auf diese Weise kann je nach Sporentyp der richtige Behandlungsplan festgelegt werden.

Wird der befallene Nagel nicht richtig behandelt, besteht die Gefahr, dass der Pilz den Nagel komplett zerstört bzw. sich auf die benachbarten Nägel ausbreitet. Das sieht nicht nur unästhetisch aus, sondern kann auch Schmerzen verursachen und zu Beschwerden beim Gehen führen. Ferner besteht bei Patienten mit Fuß- und Nagelpilz ein erhöhtes Risiko, an einer Wundrose zu erkranken. Die poröse Fußhaut kann hier die Eintrittspforte für Bakterien sein.

Wie kann Nagelpilz behandelt werden?  

Nagelpilzinfektionen werden traditionell entweder mit antimykotischem Nagellack behandelt oder mit Medikamenten von innen heraus. Beide Behandlungsmöglichkeiten haben eine Heilungsquote von 55%. Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist immer eine konsequente, regelmäßige und ausreichend lange Therapie - je nach Befall zwischen 6 und 12 Monaten. 

Ohne die Gefahr medikamentöser Nebenwirkungen ist die Behandlung mit einem speziellen Laser (NdYag). Dabei durchdringt der Laserstrahl die Nagelplatte bzw. das Gewebe des Nagelwalls und erhitzt das  infizierte Nagelbett. Der Nagel selbst oder angrenzende Haut werden dabei nicht verletzt. Auf diese Weise werden die Zellwände des Pilzes zerstört und abgetötet - ein gesunder, schöner Nagel kann nachwachsen. Je nach Stärke des Befalls sind zur Behandlung 3 oder mehr Sitzungen in 4-6 wöchigen Abständen notwendig. Die Heilungsquote beträgt hierbei 68-80%. 

Ein weiterer, sehr neuer, vielversprechender Therapieansatz ist die PDT (photodynamische Therapie) gegen Nagelpilz. Dabei wird eine lichtsensibilisierdende Substanz auf die infizierten Nägel aufgetragen und nach definierter Einwirkzeit in der Praxis mit PDT-Licht bestrahlt. Die Bestrahlung dauert ca. 10 Minuten und ist schmerzfrei. Die Anzahl der erforderlichen PDT-Bestrahlungen hängt vom Ausmaß des Pilzbefalls ab. In der Regel sind mindestens 3 Sitzungen in 2-4 wöchigen Abständen erforderlich. Wie bei der klassischen PDT ergibt sich die Heilwirkung der PDT aus der Kombination von gezieltem chemischem Effekt des Lichtsensibilisators mit aktivierender Lichtenergie. 

Eine besonders effektive Behandlung ist die Kombination aus fachgerechtem Abschleifen der Nägel durch eine Podologin mit anschließender Nagellasertherapie oder PDT in unserer Praxis. Zwischen den Behandlungen trägt der Patient zusätzlich den verordneten antimykotischen Nagellack auf. Bei besonders hartnäckigem Pilzbefall ist eine eine antimykotische Therapie mit Tabletten angeraten. 

Um eine erneute Infektion zu verhindern, sollte der Patient zudem seine Schuhe täglich mit einem pilzabtötenden Spray desinfizieren. Außerdem sollten alle Textilien, die mit den Füßen in Berührung kommen (Socken, Handtücher, Duschvorleger) bei 60 Grad Celsius gewaschen werden.